Open Space oder
Zukunftskonferenz?
Vier Großgruppenformate im Vergleich — und die eine Frage, die vorab entscheidet, welches davon trägt.
Die entscheidende Frage lautet nicht „Welches Format ist das beste?“, sondern „Wie offen darf das Ergebnis sein?“
Großgruppenformate unterscheiden sich vor allem in einem Punkt: wie stark das Ergebnis vorab eingegrenzt ist. Manche öffnen den Raum bewusst und lassen die Beteiligten bestimmen, woran gearbeitet wird. Andere führen strukturiert auf Beschlüsse hin.
Beides ist legitim — aber die Wahl muss zum Auftrag passen. Ein Open Space bei einer Leitung, die das Ergebnis eigentlich schon kennt, beschädigt Vertrauen nachhaltiger als eine gut moderierte klassische Sitzung.
Vom offenen Raum zum Beschluss.
Open Space
20–100+ Personen, 1–2 Tage. Die Agenda entsteht vor Ort durch die Teilnehmenden. Erzeugt hohe Energie und Eigenverantwortung — liefert aber kein planbares Ergebnis. Passt, wenn das Thema weit ist und die Beteiligten am besten wissen, woran zu arbeiten ist.
World Café
20–100+ Personen, 2–4 Stunden. Gespräche in wechselnden Kleingruppen an Tischen. Ideal, um viele Stimmen zu einem gesetzten Thema zu hören und Muster sichtbar zu machen. Kein Entscheidungsformat, sondern ein Verstehens- und Beteiligungsformat.
Zukunftskonferenz
40–80 Personen, meist 2 Tage. Strukturierter Ablauf von der gemeinsamen Vergangenheit über die Gegenwart zum Zukunftsbild und zu konkreten Maßnahmen. Führt verlässlich zu Beschlüssen — verlangt dafür klare Vorbereitung und echte Entscheidungsbereitschaft.
Dialogkonferenz
20–60 Personen, ½–1 Tag. Moderierter Austausch zwischen Gruppen mit unterschiedlichen Perspektiven oder Interessen. Passt, wenn Positionen auseinanderliegen und zuerst Verständigung nötig ist, bevor entschieden werden kann.
Kombinierte Formate
In der Praxis werden Elemente häufig verbunden — etwa ein World Café zur Standortbestimmung, gefolgt von strukturierter Maßnahmenplanung. Die Dramaturgie richtet sich nach dem Auftrag, nicht nach der Lehrbuchform.
Die Auftragsklärung
Vor jedem Format steht dieselbe Frage: Was ist wirklich offen, und was ist bereits entschieden? Diese Ehrlichkeit entscheidet mehr über den Erfolg als die Formatwahl.
Die Frage vor der Formatwahl.
- i.Das Ergebnis ist völlig offen, Energie und Eigeninitiative sind das Ziel → Open Space.
- ii.Ein Thema ist gesetzt, viele Stimmen sollen gehört werden → World Café.
- iii.Es braucht ein gemeinsames Zukunftsbild und Maßnahmen → Zukunftskonferenz.
- iv.Positionen liegen auseinander, es braucht zuerst Verständigung → Dialogkonferenz.
- v.Die Leitung hat bereits entschieden → dann kein Beteiligungsformat, sondern eine gut moderierte Information.
- vi.Sie sind unsicher → das klären wir im Vorgespräch, bevor eingeladen wird.
Die Formate schließen einander nicht aus.
- —In der Praxis kombinieren die meisten Prozesse mehrere Elemente.
- —Was Ihre Situation braucht, zeigt sich oft erst im Gespräch — nicht vorab am Reißbrett.
- —Sie müssen die Entscheidung nicht allein treffen. Das Erstgespräch ist genau dafür da.
- —Wenn etwas anderes besser passt als das, was ich anbiete, sage ich Ihnen das.
Das müssen Sie nicht allein entscheiden.
Erzählen Sie mir von Ihrer Situation — im Erstgespräch klären wir gemeinsam, welches Format wirklich passt. Kostenlos und unverbindlich, auch wenn Sie sich danach gegen eine Zusammenarbeit entscheiden.